Pressebereich

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Pressestatement vom 20.10.2020

„Die Schokoladenindustrie hat versagt“ – Kommentar zur neuen Studie über Kinderarbeit auf Kakaoplantagen

Berlin, 20.10.2020. Anlässlich der heute erschienenen US-Studie zur gescheiterten Reduktion von ausbeuterischer Kinderarbeit auf Kakaoplantagen kommentiert Johanna Kusch, Sprecherin des zivilgesellschaftlichen Bündnisses „Initiative Lieferkettengesetz“:

„Während in Westafrika noch immer 1,5 Millionen Kinder unter gefährlichen Bedingungen auf Kakaoplantagen schuften, machen in Deutschland die Wirtschaftsverbände mit Falschbehauptungen gegen ein Lieferkettengesetz mobil. Dabei ist klar: Ein solches Gesetz würde dazu beitragen, derartige Menschenrechtsverletzungen zu verhindern. Ebenso klar ist: Freiwillige Selbstverpflichtungen von Unternehmen reichen dazu nicht aus. Die Schokoladenindustrie hat beim Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit versagt! Wie viele Beispiele braucht die Bundesregierung noch, bis sie endlich Menschenrechte in globalen Lieferketten schützt und das Lieferkettengesetz auf den Weg bringt?“

Hintergrund:

Eine heute veröffentlichte, vom US-Arbeitsministerium in Auftrag gegebene Studie des National Opinion Research Center (NORC) der Universität Chicago zeigt, dass weiterhin etwa 1,5 Millionen Kinder in Ghana und der Elfenbeinküste ausbeuterische Kinderarbeit auf Kakaoplantagen verrichten. Bereits 2001 hatten Schokoladenhersteller wie Mars und Nestlé im sogenannten „Harkin-Engel-Protokoll“ versprochen, die schlimmsten Formen der Kinderarbeit zu beenden. Dieses Ziel hat die Schokoladenindustrie damit deutlich verfehlt.

Weitere Informationen zum Thema Kinderarbeit im Kakaoanbau finden Sie beim INKOTA-netzwerk und dem Forum Fairer Handel, zwei Trägerorganisationen der Initiative Lieferkettengesetz.

Die Initiative Lieferkettengesetz besteht aus mehr als 110 zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter Menschenrechts-, Entwicklungs- und Umweltorganisationen sowie Gewerkschaften und kirchliche Akteure. Das Bündnis fordert, dass in Deutschland tätige Unternehmen per Gesetz dazu verpflichtet werden, entlang ihrer Lieferketten menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten einzuhalten. Zuletzt hat die Initiative einen Faktencheck veröffentlicht, in der sie irreführende Behauptungen von Wirtschaftsverbänden zur Unternehmenshaftung offenlegt.

Kontakt:

Johannes Heeg, Sprecher „Initiative Lieferkettengesetz”, Tel.: 0151-10611346, E-Mail: presse@lieferkettengesetz.de   

Die Initiative Lieferkettengesetz wird getragen von:

Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e.V. (agl), Brot für die Welt, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Christliche Initiative Romero e.V. (CIR), CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR), Forum Fairer Handel e.V., Germanwatch e.V., Greenpeace e.V., INKOTA-netzwerk e.V., Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e. V., Oxfam Deutschland e.V., SÜDWIND e.V., ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, WEED – Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung e.V., Weltladen-Dachverband e.V., Werkstatt Ökonomie e.V.

Über 90 weitere Organisationen unterstützen die Initiative.

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